Der Bote - Über die Glarus-Klöntal Tour

Auf einer Zeitreise kulinarisch verführt

Seit Neuestem entführt die Glarus–Klöntal Tour Gäste dreimal wöchentlich im Tourbus von Glarus bis ins Klöntal. Die «Südostschweiz» war auf der Jungfernfahrt mit dabei.

Glarus/Klöntal.– Am Steuer sitzt Leo Underholzer. Neben ihm die Tourenführerin Elsbeth Stüssi. Direkt hinter ihnen André van Sprundel mit dem zweiten Tourenführer Jakob Leuzinger.

Kaum setzt sich der Tourbus in Bewegung, werden wir von Elsbeth Stüssi zur Jungfernfahrt willkommen geheissen. Dann beginnt die Tourenführerin zu erzählen: Angefangen bei der Kleingrube, über den Hinrichtungsplatz von Anna Göldi, bis zum grossen Brand von 1861 in Glarus, bei welchem über 540 Gebäude zerstört wurden, erläutert Stüssi bis ins Detail wichtige historische Begebenheiten.

Bevor es weitergeht, versorgt André van Sprundel die Gruppe mit frischem Wasser. Als wir am Spielplatz vorbeifahren, erfahre ich, dass dieser früher ein Friedhof war und aus Pietätsgründen nicht überbaut wurde. Daher baute man ihn erst nach dem Brand zu einem Kinderspielplatz um.

Neue Sicht auf die Stadt Glarus

Die spannenden Ausführungen der Tourenführerin versetzen mich in eine Zeit zurück, als Glarus noch von Kutschen befahren wurde. Ich tauche in noch unentdeckte Geschichtskapitel ein. Neue Sichtweisen tun sich mir auf, die mein Verständnis und Wissen erweitern: «Im Garten des Gerichtshauses wurden 1968 die Mauern einer Kirche ausgegraben, die dem Brand zum Opfer fiel», fügt Stüssi an. Und sie sei im Übrigen nicht die einzige verschüttete Kirche.

Vergessen ist das Bedürfnis, ins kühle Nass zu springen. Je länger die Fahrt dauert, desto spannender wirds. «Die Hauptstrasse wurde im Nachhinein im 'Manhattan-Stil' gebaut», führt die Tourenleiterin weiter aus. Das bedeutet, mit Längs- und Querstrassen, die nach dem Brand bewusst breiter errichtet wurden. (ach)

 

QUELLE: Der Bote